Neue Technologien - Fluch oder Segen?

October 24, 2016

Ein Kommilitone fragte mich kürzlich, was meine Apple Watch denn überhaupt kann. Nach der Frage, ob man das denn wirklich braucht, entbrannte, ausgehend von David Eggers’ „The Circle“, die Frage danach, ob neue Technologien positiv oder kritisch zu bewerten sind. Mein Kommilitone, seines Zeichens „Late Adopter“ und bekennender Boykottierer von Instagram und Snapchat, war von meiner Technologieeuphorie entsprechend nicht zu überzeugen. 

 

Diese kleine Diskussion nahm ich zum Anlass, um etwas weiter darüber nachzudenken. Gerade die Kommunikation, also mein künftiges Berufsfeld, verändert sich rasant durch neue Technologien. Natürlich gehen damit auch immer Fragen rund um Sicherheit, Privatsphäre und Gefahren einher. Doch oft treten die bei all den Bequemlichkeiten und Vorzügen neuer Dienste in den Hintergrund, das gebe ich selbst offen zu. 

 

 

Neue Technologien versprechen uns, das Leben spannender, einfacher, vernetzter oder einfach besser zu machen. Konkret meine ich hier etwa soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, WhatsApp, Snapchat etc. Weiterhin Wearables wie Smartwatches und Activity-Tracker. Und nicht zuletzt Smartphones im Allgemeinen und die vielfältigen Anwendungen, die sie bieten. Von Google Maps über Online-Banking, von Sport-Tracking-Apps bis Musik-Streaming. Ich bin begeisterter Nutzer all solcher Dienste. 

 

Natürlich lassen sich diese Dienste nicht alle „in einen Topf“ werfen. Doch sie haben alle gemein, dass die durch die Digitalisierung vorangetrieben oder überhaupt erst ermöglicht werden und sie sich zu einem Großteil aus nutzergenerierten Daten zusammensetzen. Dies ruft Datenschützer, Konsumkritiker und auch Philosophen auf den Plan. Werden wir nicht alle schon ständig überwacht? Wissen Konzerne und Regierungen mehr als uns lieb ist? Beeinflussen uns soziale Medien zum Negativen? Geben wir unsere Mündigkeit auf? Sind wir nicht gar süchtig nach unserem Smartphone?

 

Diese Fragen sollte man durchaus ernst nehmen, aber nicht in purer Angststarre verharren. Auch eine nostalgische Wehmut halte ich im Auge einer sich stets wandelnden Gesellschaft für unangemessen. Ungeachtet der Gefahren, die mit neuen Technologien einher gehen, sollte man sie nutzen, sich auf sie einlassen, sich dafür interessieren, aus ihnen lernen. Abgedroschen, aber wahr: „Stillstand bedeutet Rückschritt“. Was, wenn man vor 100 Jahren gesagt hätte: „Das mit dem Fliegen, das ist viel zu gefährlich! Wir lassen das lieber.“ oder beim ersten Hamburger gesagt worden wäre: „Der ist aber super ungesund, das lassen wir lieber.“ 

 

Die Vergleiche mögen hinken, zeigen sie doch, dass es nicht auf das Produkt bzw. die Technologie ankommt, sondern auf den richtigen Umgang damit, die daraus resultierenden Erfahrungen und folglich Verbesserungen - auf das Produkt und auf den Umgang bezogen. Die Vorteile der Technologien liegen auf der Hand. Manche machen das Leben leichter, manche ermöglichen uns, über uns selbst hinaus zu wachsen, andere bringen Menschen näher zusammen und wieder andere machen einfach nur Spaß. Ich finde das großartig. Technologien wiederum, die keinen Mehrwert bieten, setzen sich nicht durch und verschwinden wieder. 

 

Ich bin optimistisch und deshalb der Meinung, dass die Vorteile langfristig überwiegen werden. Nach dem ersten Hype wird sich eine für die Gesellschaft gesunde Art der Nutzung entwickeln. Es liegt an uns, den Nutzern, verantwortungsvoll und auch ein wenig kritisch damit umzugehen. Missstände, wie etwa staatliche Überwachung oder Datenmissbrauch anzuprangern und zu diskutieren. Und dennoch kann man die Richtung, die neue Technologien einschlagen werden nur beeinflussen, wenn man sich mit ihnen beschäftigt und Teil dieses Fortschritts wird. 

 

Es darf ja nicht nur euphorische Technologie-Fans wie mich geben, auch die Kritiker braucht es. Dann treffen wir uns schon in einer gesunden Mitte! ;-)

 

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Mit Bart und Mac

Hey. Mein Name ist Jan. Auf "Mit Bart und Mac" teile ich meine Erfahrungen zum Thema Studium, Praktika & Jobs sowie Trends aus dem Feld der Kommunikation. 

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© 2018 Jan Reinholz