Werbung wird sterben! | DMW-Themenabend in Leipzig

November 10, 2016

Die klassische Werbung wird sterben. Sie wird ersetzt durch Blogs und Native Advertising, Content Marketing und Branded Entertainment. Zu dieser provokanten These trafen sich am gestrigen Mittwoch, den 9. November, die „Digital Media Women“ im Basislager Coworking Leipzig. Themen wie Content Marketing werden auch in der PR heiß diskutiert und als die Zukunft der Werbung gehandelt. Deshalb stattete ich der Veranstaltung einen Besuch ab und fasse hier die Veranstaltung zusammen.

 

 

Auf dem Podium saßen die Bloggerinen Claire Briatore (Internet Innovators Blog), Victoria Beyer (Vintagemädchen) sowie Natalie Sontopski (Endemittezwanzig / Gründerin Code Girls). Ergänzt wurde das Trio von Print-Vertreter Matthias Schätzl (Culturträger / City Cards), der sich für Postkarten in Lokalitäten in Leipzig verantwortlich zeichnet. Moderiert wurde das Gespräch von Antonia Dieterle des LPRS e.V.

 

„Alles ist im Kern doch Schleichwerbung“

 

Ausgangspunkt der Diskussion bildetete ein Zitat von Jean-Remy von Matt, in dem er postuliert, dass Werbung heute intransparenter denn je und im Kern alles Schleichwerbung sei. Dem stimmte das Podium nur teilweise zu. Natürlich verfolge Werbung stets eigene Interessen und war nie der absoluten Transparenz verpflichtet, doch gebe es besonders im Print und zunehmend im Online Bereich klare Regeln, wie etwa eine Kennzeichnungspflicht gesponserter Inhalte. Werbung finde heute unter anderem Namen in semi-professionellen Blogs statt. Dort gebe es Grauzonen, in denen Blogger nicht genau wissen, wie sie sich verhalten müssen, etwa in sozialen Medien. 

 

Natalie Sontopski stellt jedoch fest, dass sich bei dem Thema Schleichwerbung heutzutage "alle auf Blogger stürzen". So sei intransparente Werbung im Printbereich gang und gäbe und werde häufig gar nicht mehr hinterfragt. Nichtsdestrotz entspräche es der Realität, dass viele Unternehmen und Agenturen Bloggern illegitime Angebote unterbreiten, bestätigt Victoria Beyer. Sie sieht bei der Etablierung neuer Werbeformen beide in der Verantwortung - sowohl Unternehmen, als auch Blogger. 

 

Neue Werbeformen durch die Digitalisierung

 

Lücken und Grauzonen werde jedoch durch eine zunehmende Professionalisierung der Kooperationen entgegnet weiß Claire Briatore. Besonders auffällig ist dies im Vergleich zu Blogs in den USA. So sorgen Bloggerplattformen, die Blogger und Unternehmen zusammen bringen hierzulande dafür, dass alles Regelkonform von statten geht und die Passfähigkeit von Produkten und Blogger gewährleistet ist. 

 

Im Kontext der Werbung stellt Matthias Schätzl fest, dass die überall beschworene Digitalisierung nicht immer der passende Weg für ein Unternehmen sein muss. Manches funktioniere in der analogen Welt nach wie vor besser, was somit ein Kontra-Argument für das Sterben der klassischen Werbung darstellt.

 

Die „neue Werbung“ bietet Dialog und Kundenorientierung

 

Als Fazit stellte das Podium fest, dass sich Werbung neu definieren müsse. So ginge es heutzutage nicht mehr länger darum, "plumpe Werbemaßnahmen" für "reine Abverkäufe" zu machen. Vielmehr soll Werbung Mehrwerte für die Kunden bieten und interaktiver werden. Außerdem sehen Blogger in der Entwicklung die Chance, dass Werbung persönlicher und individueller wird und sich damit stärker an den Interessen der Kunden orientiert. 

 

Vintage Fan Victoria Beyer schlägt ergänzend vor, alte Werbemittel zu nutzen, um aus der Masse der digitalen Medien herauszustechen. Wir halten fest: Werbung wird nicht sterben, aber sie hat sich verändert und wird sich weiter verändern. Wie? Um das herauszufinden gibt es Veranstaltungen wie diese. Danke für neue Impulse. :-)

 

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