Darum ist das Dschungelcamp ein Muss für PRler

January 16, 2017

Seit vergangenem Freitag heißt es auf RTL wieder täglich um 22:15 Uhr: „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“. Das mit über sieben Millionen Zuschauern erfolgreichste Show-Format im deutschen Fernsehen ist gleichzeitig das am stärksten diskutierte. Für zwei Wochen im Januar rasten Fans der C-Prominenz sowie die Medienwelt nahezu aus. Genauso viele schauen es aber ganz bewusst nicht. 

 

 

Dabei ist das Dschungelcamp quasi ein Muss für angehende Kommunikateure. So hielt zuletzt PR-Koryphäe Frank Behrendt am vergangen Donnerstag im Rahmen des PR-Salons des LPRS - Leipziger Public Relations Studenten e.V. ein flammendes Plädoyer für das Trash-Format. So sei die Sendung für die nächsten Wochen das alles beherrschende Thema und man könne nicht mehr mitreden, wenn man selbst nicht einschaltet.

 

Die erfolgreichste Show im deutschen Fernsehen

 

Ganze 7,36 Millionen Zuschauer sahen die erste knapp dreistündige Live-Show aus Australien am Freitagabend. Damit erreichte RTL 26,8 Prozent beim Gesamtpublikum sowie 41,8 Prozent in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen. Kein andere Show versammelt mehr Menschen vor dem eigentlich in die Jahre gekommenen linearen Fernsehen.

So sehr man sich nicht der „Niveaulosigkeit“ des Programms hingeben möchte, so wenig kann man diese Zahlen ignorieren. Das Dschungelcamp nicht zu beachten wäre in etwa so, als würde man sich Facebook entsagen. Man muss vielleicht nicht ganz vorne dabei sein, aber boykottieren war in solchen Fällen noch nie ein guter Ratgeber.

 

PR-Arbeit im öffentlichen Meinungsmarkt „in a nutshell“

 

Für PR-ler besonders interessant: Kaum anderswo wird eindringlicher klar, worum es bei unserem Job geht. Zwölf mittelmäßig Prominente Menschen ziehen ins Rennen. Sie buhlen um Aufmerksamkeit, betreiben Imagepflege und bemühen sich um Authentizität. Einige scheitern an der harten Realität, ihren Mit-Campern, den Dschungelprüfungen oder an sich selbst.

Und am Ende entscheiden die Medien und natürlich der Zuschauer, wer sich in diesem Kampf um Wahrnehmung und Reputation am besten zu vermarkten wusste. Auffällig viele parallelen zum PR-Alltag, wie ich finde. Zudem ist es spannend, wie sich vorurteilsbehaftete C-Promis durch gewisse Dynamiken in nur zwei Wochen zu Sympathieträgern mausern. Nicht umsonst wird das Dschungelcamp immer häufiger für wissenschaftliche Untersuchungen herangezogen.

 

Kontroversen ohne wirkliche großes Konfliktpotenzial

 

Und das beste am Dschungelcamp und sicher auch ein großer Faktor des Erfolges: So kompliziert und erschütternd die Realität oftmals ist, so klar und nichtig erscheinen die Probleme, die zwölf Menschen im Urwald von Kameras begleitet, quälen. In dieser scheinbaren Trivialität liegt der Grund, warum sich so gut über #ibes streiten lässt. Man kann getrost dafür oder dagegen sein, ohne sich ernsthaft unbeliebt zu machen. Es ruft Humanisten, Hobbypsychologen und Trash-TV-Fans auf den Plan und fördert damit sogar noch die Streitkultur. Aber auch hier gilt: Mitreden und bashen kann nur, wer es auch gesehen hat. ;-)

 

Und wie sieht es bei euch aus? Fan oder Boykottierer von „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“?

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Mit Bart und Mac

Hey. Mein Name ist Jan. Auf "Mit Bart und Mac" teile ich meine Erfahrungen zum Thema Studium, Praktika & Jobs sowie Trends aus dem Feld der Kommunikation. 

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